Lacrimosa - Alles Lüge (EP)

1993 war Lacrimosa noch ein Soloprojekt von Tilo Wolff, sogar die Plattenfirma Hall Of Sermon hatte er selbst gegründet, um seine Musik zu vermarkten. Nach den Alben „Angst“ (1991) und „Einsamkeit“ (1992) erschien die EP „Alles Lüge“ im Vorfeld des Albums „Satura“ (1993), ohne dass die Titel darauf berücksichtigt wurden. Die EP enthält das Titelstück in zwei Version, Original und Remix, einen Remix von „Diener eines Geistes“ vom Album „Einsamkeit“ sowie das vorher unveröffentlichte Instrumentalstück „Ruin“.

Die EP „Alles Lüge“ ist ein typisches Beispiel für Lacrimosas frühe Phase: düster, emotional aufgeladen und experimentell. Gleichzeitig deutet insbesondere das Titelstück den künftigen Weg von Lacrimosa an: weg von der minimalistischen und klassischen Instrumentierung, hin zu gitarrenlastigerer Musik, klanglich also ein Vorgriff auf die spätere Verschmelzung von Goth-Rock, Darkwave und Industrial, die mit dem vierten Album „Inferno“ (1995) begonnen wurde. Im Vergleich zu „Angst“ und „Einsamkeit“ wirkt „Alles Lüge“ erwachsener, rockiger, aber nicht weniger leidenschaftlich – eine gelungene Balance, die den Weg für die späteren, noch ambitionierteren Werke ebnet und die Entwicklung von Tilo Wolff dokumentiert.

Nach „Satura“ (1994) stieß dann die Finnin Anne Nurmi, vorher Sängerin und Keyboarderin bei Two Witches, dazu, die seitdem mit Tilo Wolff die einzige konstante Musikerin bei Lacrimosa ist.

2 Kommentare zu “DiscogsDienstag: Lacrimosa -Alles Lüge

  1. @bauhausmensch Danke für die Zeitreise – ich bin 1992 das erste Mal über Lacrimosa gestolpert und der erste Eindruck („Reißende Blicke“) saß.

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