Aufgeklappter DigiPak von My Heart Belongs To Cecilia Winter. Links die Rückseite mit dem Bandnamen, der Trackliste sowie der Credits (in kleiner Schrift). Rechts das Cover-Foto, das ein Selfie zu sein scheint. Eine Person schaut in den blauen Himmel, das Foto ist unscharf. Es ist der Kopf und ein Teil des Armes zu sehen.

Dienstags stelle ich ein Stück aus meiner Tonträgersammlung vor, das mir Discogs zufällig ausgewählt hat, dafür gibt es dort einen Button.

Heute geht es um ein namenloses Album, das nicht Vielen bekannt sein dürfte, genau wie die Band namens My Heart Belongs To Cecilia Winter.

„Who the f*ck is Cecilia Winter?“, diese Frage stellt sich beim Lesen des Bandnamens, wie auch das Blog Nachtkritik.de im letzten Jahr. Die Antwort blieb es schuldig und auch ich habe keine Lösung finden können, die Band hielt sich da immer bedeckt.

Jedenfalls bin ich durch eine ehemalige Arbeitskollegin auf die Band aus der Schweiz aufmerksam gemacht worden. Das muss zwischen 2008 und 2010 gewesen sein, denn 2008 war die Debüt-EP des Trios Thom Luz (Gesang, Gitarre, Keyboards), Stephanie „Betty“ Fischer (Gesang, Bass) und Markus „Kusi“ Gerber (Schlagzeug, Bass) im Eigenvertrieb erschienen. 2010 kam dann das Album „Our Love Will Cut Through Everything“ heraus, über das ich vielleicht bei anderer Gelegenheit schreiben kann.

Auf der EP befinden sich 5 Lieder, die ganz grob als gefühlvoller Indie-Rock und Shoegaze bezeichnet werden. Eine Prise Folk wurde auch hinzugegeben. „Folk-Dream-Pop“ habe ich u.a. gelesen. Der Opener „New Zealand“ klingt ein wenig zäh mit seinem schleppenden Rhythmus, der trockenen Gitarre und dem orgelnden Keyboard. Der zweistimmige Gesang ist schwermütig und sehr stimmungsvoll. Das folgende „Destroyer“ geht schon mehr zur Sache mit einem straighteren Rhythmus und Hall-Gitarre. Auch hier wirkt der zweistimmige Gesang sehr harmonisch. „Country Boy“ hat mit leichtem Country-Einschlag etwas von The Go-Betweens. Es wirkt fröhlich, aber irgendwie auch nur oberflächlich gehört. Bei „My End“ sind MHBTCW beim Shoegaze angekommen, die Gitarre ist deutlich verzerrter. Ich könnte als Vergleich The Raveonettes anbieten. Abschließend wird es mit „Valley Or Mountain Chain“ ruhiger. Das Keyboard klingt wie ein Glockenspiel und verleiht dem Lied eine Schlaflied-Stimmung, die sich mit einer krachigeren Instrumentierung abwechselt.

Die EP schwankt zwischen Noise und Melancholie, zeigt aber noch nicht das volle Potential der Band, welches sich erst beim Album „Our Love Will Cut Through Everything“, das allerdings auch nicht mehr Selbstproduziert wurde, sondern mit Hilfe eines Labels.

My Heart Belongs To Cecilia Winter machten 2012 noch ein weiteres Album, „Midnight Midnight“, das ich nicht in meiner Sammlung habe, und seit 2014 nichts mehr, Kusi Gerber stieg zum Ende des Jahres aus. Thom Luz ist heute als Regisseur bekannt, zumindest in der Theater-Bubble, mit Arbeiten u. a. in der Schweiz (Basel, Zürich) und in Deutschland (Hamburg, Berlin, München, Dresden).

Die unten verlinkte MySpace-Seite ist nicht mehr aktuell, es können aber die Songs der ersten EP dort noch angehört werden. Bei Bandcamp gibt es aktuell nur das erste Album „Our Love Will Cut Through Everything“, das zum 10. Jubiläum seines Erscheinens 2020 nochmal als Vinyl veröffentlicht wurde.

My Heart Belongs To Cecilia Winter im Netz:

Bandcamp
Discogs
MySpace

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