Eine der einflussreichsten Personen der deutschen Musikszene ist tot: Alfred Hilsberg starb am 18.08.2025 in Hamburg im Alter von 77 Jahren. Es gibt Leute, die einen Groll auf ihn hegten, weil er ihre Musik abgelehnt hatte. Ein prominentes Beispiel ist die Band Extrabreit, die ihn dafür in ihrem Lied „Komm nach Hagen“ abwertend erwähnten und auch Trio soll er verschmäht haben. Hilsberg schrieb im Musikmagazin „Sounds“ zunächst über die deutsche Punk-Szene und später über die New-Wave-Szene, die schließlich die Neue Deutsche Welle wurde.

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Im Rahmen ihrer „Sommersonntage“ hat Radio Eins von rbb heute die 100 besten Songs zwischen New Wave & Gothic in einer 10-stündigen Sendung gespielt. Ermittelt wurden die Songs und das Ranking von einer 131-köpfigen Fachjury aus der Musikbranche. Ich kenne nicht alle Personen, konnte darunter jedoch wenige Vertreter aus dem Gothic-Bereich ausmachen. Andy und Campino von den Toten Hosen sind ja eher dem Punk-Rock zugeneigt, Tobias Künzel von den Prinzen (der sich in seiner Top10 als Veljanov/Deine Lakaien-Fan outet) und Rod Gonzales von den Ärzten (der eine persönliche Ansage für She’s In Parties von Bauhaus eingesprochen hat) hätte ich auch keine Genrekenntnisse zugetraut, einzig Bela B. war ja mal als Grufti unterwegs und hat ganz stabil Bela Lugosi’s Dead von Bauhaus auf 1 und Incubus Succubus von X-Mal Deutschland aud die 2 gesetzt hat. Gefeiert habe ich Thees Uhlmann (Tomte), der in seiner persönlichen Top10 keinen bekannten Hit auf die Spitzenposition gesetzt hat, sondern Angepasste Spießerschweine von Die Tödin aus dem Jahr 2023. Unter die besten 100 Songs hat dieses Lied es leider nicht geschafft. Von meinen Lieblingssongs neueren Datums landete dagegen immerhin Pain von Boy Harsher auf Platz 98.

Die Sendung ist in vier quasi ohrgerechten Häppchen à 2 Stunden in der ARD-Mediathek nachhörbar oder in einer Playlist bei Spotify.

Die allermeisten der Songs habe ich auch schon in den bisherigen 80 Sendungen vom GothDiscoInferno gespielt. 😉

LP-Cover "Grauzone"

Manche werden Grauzone für ein NDW-One-Hit-Wonder halten. Das kann eins so sehen, denn tatsächlich hatte die schweizer Band um die Brüder Martin und Stephan Eicher zu Beginn der 1980er Jahre einen großen Hit: „Eisbär“. Der wurde 1980 auf einem „Swiss Wave“-Sampler veröffentlicht, bekam daraufhin Radio-Airplay und wurde von der aufkommenden Neuen Deutschen Welle erfaßt. Allerdings ließen sich Grauzone darüberhinaus (für „Eisbär“ wurde ein Vertrag mit EMI geschlossen) nie von der kommerziellen Seite der NDW vereinnahmen, sie gaben kaum Konzerte, traten kaum im Fernsehen auf und gaben kaum Interviews. Die Band löste sich schließlich nach dem ersten selbstbetitelten Album 1982 auf und die Musiker widmeten sich anderen Projekten, die jedoch alle nicht die Bekanntheit von Grauzone erreichten, trotz deren kurzer Schaffensperiode.

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