Heute geht es um das mit „Songs Of A Lost World“ beste Spätwerk von The Cure: „Bloodflowers“. Das elfte Studioalbum der Band wurde 2000 unter Mitwirkung von Robert Smith (Gesang, Gitarre, Keyboards), Simon Gallup (Bass), Perry Bamonte (Gitarre), Roger O’Donnell (Keyboards) und Jason Cooper (Drums) veröffentlicht. Es gilt als Abschluss einer inoffiziellen Trilogie, zu der auch „Pornography“ (1982) und „Disintegration“ (1989) gehören. Nach den poppigeren Elementen der Vorgänger „Wish“ (1992) und „Wild Mood Swings“ (1996) wendete The Cure sich hier wieder düsteren, melancholischen Klängen zu.
Auf dem Album bleibt nur das wunderschöne „There Is No If…“ unter der 4-Minuten-Marke, alle anderen Songs sind zum Teil deutlich länger und bestehen aus ausgedehnten Instrumental-Parts, die von Roberts melancholischen und fast zerbrechlichen Stimme unterbrochen werden. Die Texte wirken sehr persönlich, wie bei „There Is No If…“, dass Robert mit 19 Jahren geschrieben haben soll, wahrscheinlich für seine Mary. Zwanzig Jahre später schrieb er „39“, das vom Thema her seine eigene kreative Ausgebranntheit behandeln könnte. Glücklicherweise konnte er das Feuer immer wieder neu entzünden.
Hervorheben kann ich eigentlich nur „There Is No If…“ (das ich jetzt auch schon dreimal erwähnt habe), weil es ein großartiges Liebeslied Marke Robert Smith ist und den Titelsong „Bloodflowers“ wegen der traurigen Schönheit und dem epischen Aufbau des Songs. Im Grunde sind jedoch alle Lieder großartig und machen das Album zu einem Gesamtwerk, dass auch in Gänze gehört werden kann. Zum Tanz fordert uns „Bloodflowers“ (das Album) allerdings nicht auf und es gab auch keine Single-Auskopplung.
The Cure zeigen hier eine musikalische Weiterentwicklung, ohne die bewährten Muster von „Pornography“ und „Disintegration“ zu vernachlässigen, sondern sich darauf zurückzubesinnen. 2002 wurden alle drei Alben auf den „Trilogy“-Konzerten gespielt, eine fast vierstündige Aufnahme von den Konzerten am 11. und 12. November 2002 im Berliner Tempodrom wurde 2003 als DVD veröffentlicht. Das zeigt, was für einen Stellenwert „Bloodflowers“ in der Cure-Diskografie auch für Robert Smith hat.
