Die CD „POSSESSOR“ von TRAITRS ist endlich bei mir. Nachdem die erste Sendung, die im März verschickt wurde, lt. Nachricht von Bandcamp, nicht angekommen ist, wurde am 19.06. ein zweiter Versand gestartet. Jetzt habe ich allerdings ein lachendes und ein weinendes Auge.
Einerseits hat mir das Label ohne Mitteilung die CD-Single von „Burn In Heaven“ mitgeschickt, andererseits musste ich 11,62€ für Zoll und Auslagen bezahlen, bei 25 CAD (15,41€) Warenwert.
Aber es geht hier ja nicht um Zollpolitik, sondern um die Musik. „POSSESSOR“ von TRAITRS, wird garantiert unter den besten Post-Punk-Alben des Jahres landen – und Klez.e haben auch schon brilliant geliefert, ACTORS (the sexiest band alive) stehen noch in den Startblöcken. Hinter dem Duo stehen Sean-Patrick Nolan und Shawn Tucker aus Kanada, die seit 2015 zusammen Musik machen und mit „POSSESSOR“ nun ihren vierten Longplayer veröffentlichten.
Viereinhalb Jahre haben sie sich Zeit gelassen, einen Nachfolger für „Horses In The Abbatoir“ (2021) zu bringen und das Warten hat sich gelohnt. Empfand ich „Horses In The Abbatoir“ noch als schwächer als das zweite Album „Butcher’s Coin“ (2018), bin ich von „POSSESSOR“ restlos begeistert. TRAITRS bleiben ihrem charakteristischen Cold-Wave/Post-Punk-Sound treu, vertiefen aber die atmosphärische Dichte und experimentieren mit noch düstereren, filmischeren Klanglandschaften, die mich hier und da an The Cure Anfang der 1980er erinnern. Die Kombination aus motorischen Drumloops, schneidenden Gitarren und sphärischen Synths wirkt auf „POSSESSOR“ ausgereifter und durchdachter. Ein erstklassiges Album von Anfang bis Ende.
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