"Charlotte Sometimes" von The Cure. Maxi-Single steht im LP-Regal. Daneben sind weitere Schallplattenrücken zu sehen

The Cure sind ein nahezu unerschöpflicher Quell guter Musik und da ich auch eine recht große Cure-Sammlung habe, ist es nicht verwunderlich, dass mir die Zufallssuche von Discogs mal wieder einen Tonträger von ihnen ausgegeben hat. Diesmal ist es die Maxi von „Charlotte Sometimes“, erschienen am 9. Oktober 1981 als Non-Album-Single. Ich habe allerdings „nur“ die 1986 von Metronome wiederveröffentlichte Version.

Das Line-Up auf dieser Maxi bestand aus Robert Smith, Simon Gallup und Laurence Tolhurst und „Charlotte Sometimes“ ist eines meiner absoluten Lieblingslieder von The Cure. Es erschien zwischen den Alben „Faith“ (1980) und „Pornography“ (1981). Ein sehr schönes Video dazu wurde auch gedreht, allerdings noch nicht von Tim Pope, mit dem The Cure später lange zusammenarbeiteten, sondern von Mick Mansfield. Der Text basiert auf einem gleichnamigen Kinderbuch aus dem Jahr 1969. Gleiches gilt für die B-Seite „Splintered In Her Head“ und den Song „The Empty World“ vom Album „The Top“ (1984).

„Charlotte Sometimes“ ist ein wunderschönes, trauriges Lied („Charlotte sometimes crying for herself, Charlotte sometimes dreams a wall around herself“), das von einer hypnotischen Bass-Linie und atmosphärischen Keyboards (gespielt von Robert) getragen wird. Die Gitarre wird eher minimalistisch eingesetzt und das Schlagzeug ist, typisch für Lol, gradlinig und kühl mit wenigen Fills.

„Splintered In Her Head“ ist dagegen ein Song, der schon das Album „Pornography“ andeutet. Es ist experimentell, fast ungeordnet, mit einem monotonen Bass und Dschungel-Trommeln, die fast das gesamte Lied unverändert durchlaufen. Dazu liefert Robert allerlei Gitarrenparts und Keyboard-Sounds. Der Gesang ist nicht klar wie auf „Charlotte Sometimes“, sondern verzerrt. Das gesamte Lied wirkt mehr düster als melancholisch.

Auf der Maxi bilden diese beiden Songs die A-Seite, auf der B-Seite befindet sich eine über 10 Minuten lange Live-Version von „Faith“, aufgenommen am 17. August 1981 in Sydney, Australien. „Faith“ vom gleichnamigen Album ist ebenfalls ein Klassiker von The Cure und ein Lied, das ich sehr mag.

Über das Coverfoto habe ich herausgefunden, dass es Mary Poole darstellt, die damalige Freundin von Robert Smith und seit 1988 seine Ehefrau. Das Foto wurde stark verfremdet und ist als Originalversion auf dem Cover der Single „Pictures Of You“ (1990) zu sehen.

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