Heute ist der Todestag des dänischen Dichters Michael Strunge, der am 09.03.1986 auf tragische Weise ums Leben kam. Daran hat mich heute Morgen der dänische Radiosender DR P6 Beat erinnert. Vor genau einem Jahr hatte ich schon mal über Michael Strunge geschrieben.
Und als ich so im Internet herumsuchte und schließlich überlegte, ob ich mir die Dokumentarfilme „Nattens engel“ (1981) und „Væbnet med ord & vinger“ (2018) bestellen soll, fand ich eine andere interessante Ankündigung. Am 16.04.2026 erscheint ein Buch über Michael Strunge – auf deutsch. Ich habe „Nachtmaschine“, nachdem ich es in verschiedenen Online-Shops gesehen habe, vorhin bei meiner lokalen Buchhandlung vorbestellt, obwohl ich noch nicht weiß, was mich erwartet. Es enthält auf jeden Fall ein Essay von Philipp Theisohn, dem Herausgeber und vermutlich auch einige übersetzte Gedichte von Michael Strunge.
Der Verlag beschreibt das Buch so:
Michael Strunge – Lyriker, Ästhet und durch seinen frühen Tod bald schon mythenumrankte, in den Kanon der dänischen Bildungskultur aufgestiegene Legende. Strunges Gedichte – geschrieben in »des Lebens Hast« und Raserei, zwischen Alltagstristesse, Ichverlust, Kaltem Krieg und medialer Bilderflut, beeinflusst von Rimbaud, David Bowie und den Sex Pistols. Sie legen den Blick frei auf eine Welt im Umbruch, in der das »No Future« des Punk dem Bewusstsein weicht, dass bereits die Gegenwart alles denkbar Vergangene und Künftige in sich vereint. Eine unvergängliche Welt, in der sich das Subjekt, schwankend zwischen Kühlheit des Ausdrucks und Verletzlichkeit, als Echoraum von Stilen und Stimmen erweist, die sich, wie Philipp Theisohn in seinem brillanten, mit den Gedichten korrespondierenden Essay schreibt, rekombinieren, zerteilen, vervielfältigen und hybridisieren lassen – »und alles, alles kann geschehn«.
Ich bin sehr gespannt und werde berichten.
(Beitragsbild mit freundlicher Genehmigung von VilGerneLeve.dk, es zeigt eine Gedenktafel für Michael Strunge an der Fassade des Hauses Webersgade 17 in Kopenhagen.)
