Blur - Parklife

Heute gibt es einen kurzen Beitrag, so kurz wie mein Ausflug in den Britpop. „Parklife“ ist nämlich nicht nur meine einzige Scheibe von Blur, sondern meine einzige Brit-Pop-Scheibe. 1994 hatten wir noch kein YouTube, dafür gab es noch brauchbares Musikfernsehen und auf MTV und Viva lief das Video zu „Girls & Boys“ rauf und runter und es hat mich so sehr geflashed, dass ich mir das Album „Parklife“ zugelegt habe.

Ich weiß noch genau, dass ich den Song damals schon eher in die 80er eingeordnet hätte und sehr erstaunt war, dass er aktuell war. Er ist halt sehr Synth-Poppig. Das Album selbst ist sehr vielschichtig, jeder Song klingt anders. Es kombiniert schräge Gitarren, Synthie-Beats und eingängige Melodien und gilt trotzdem als Meilenstein und Inbegriff des Britpop. Es vereint weit mehr Stile als z. B. die Werke ihrer ewigen Rivalen Oasis. Neben dem typischen Indie-Rock – nichts anderes ist Britpop schließlich – finden sich z. B. Einflüsse von Punk („Bank Holiday“), Post-Punk („Tracy Jacks“), Synthie-Pop („Girls & Boys“), Chanson („To The End“) und Shoegaze („This Is A Low“). Das Album spielt mit den verschiedensten musikalischen Einflüssen und bricht bewusst mit der Idee eines einheitlichen Sounds. Dadurch fehlt ein roter Faden, jeder Song hat seine Eigenart. Das hat für mich definitiv seinen Reiz und ich konnte dem immer mehr abgewinnen als Oasis, mit denen ich mich nie näher beschäftigt habe. Und wie ich schon eingangs schrieb, fristet auch „Parklife“ ein einsames Dasein in meiner Musiksammlung als einziges Blur- und Britpop-Album.

2 Kommentare zu “DiscogsDienstag: Blur – Parklife

  1. @bauhausmensch Girls & Boys hatte mich auch so begeistert, dass ich mir die MCD kaufte. Für das ganze Album hat es bei mir nicht gereicht, insgesamt hatten mich nur einzelne Songs der Kategorie "Britpop" angesprochen. Aber da wurde dann ja ähnlich wie bei NDW ziemlich viel zusammen vermarktet. Ich mag Pulp und z.B. auch Lush nach ihren Shoegaze-Alben.

  2. Ich finde den Artikel super! Das Lob für Parklife stimmt voll und ganz. Britpop ist wirklich vielfältiger als oft angenommen. Die Liste der Einflüsse ist spannend und spiegelt den experimentellen Sound gut wider. Ein tolles Plauschthema für Fans!

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