Ein schwarzes T-Shirt mit einem weißen, skizzenartigen Motiv: Oben steht "CVSY". Links sieht man eine Person mit langen, lockigen Haaren, davor liegt ein Gerät mit der Aufschrift "CASIO". Rechts daneben ist eine runde, abstrakte Form, die einem Gesicht ähnelt. Alles ist in klaren, weißen Linien gezeichnet.

Es ist 9 Uhr, in unserer Zeitzone beginnt jetzt der Bandcamp-Friday. Das bedeutet, dass die Plattform für 24 Stunden auf seine Gebühren verzichtet und somit die gesamten Einnahmen den KünstlerInnen zukommen. Ich habe heute das Bedürfnis, eine Hamburger Musikerin zu empfehlen, die zur Zeit gleich zwei Solo-Projekte betreibt: Glaring und CVSY. Beide habe ich schon oft im GothDiscoInferno gespielt und von beiden gibt es aktuelle Veröffentlichungen.

Als Glaring macht Anna Nin seit 2018 elektronische Musik zwischen Post-Punk und Cold-Wave. Sie hat es auf 31 EPs und Alben gebracht, darunter auch zahlreiche Kollaborationen mit anderen interessanten MusikerInnen. Ihr jüngstes Werk heißt „Life On Other Planets Is Difficult“, es ist seit 06.03.2026 beim Schweizer Label Lux Records als Vinyl-Album erhältlich und seit 01.08.2026 auch als digitales Album auf Anna Nins Bandcamp-Seite.

CVSY (gesprochen „sie wie sie“) ist das neuere Projekt von Anna, das eventuell Glaring ganz ablösen wird. Unter diesem Namen sind bislang zwei Alben erschienen. Das Neueste, Writhe, wurde gestern veröffentlicht und ich habe sofort zugeschlagen, ohne den Bandcamp-Friday abzuwarten. Auch mit CVSY geht Anna den bekannten musikalischen Weg. Sie arbeitet mit analogen Synthesizern und Drum-Maschinen, die auf ihrem Debütalbum Selected Analog Winter Trax zum Teil in die Namen der Titel eingeflossen sind, z. B. „808 Kältetod“ (Roland TR-808) oder „MS20DR55Ibanez“ (Korg MS-20, Boss DR-55). Der Gesang ist, sofern er überhaupt da ist, sehr dezent und verhallt. Die Musik steht im Vordergrund.

Übrigens ist das T-Shirt, das ich oben als Beitragsbild verwendet habe, auch bei Bandcamp erhältlich. Ich hatte es gestern im Briefkasten.

Anna hat noch ein weiteres Projekt mit Laura Müller gestartet, der Sängerin von Grundeis, die ebenfalls noch zwei Solo-Projekte, nämlich Undinyx und Kobalin, hat. Das Projekt von Anna und Laura heißt Far Too Frail und ist bisher nur live in Erscheinung getreten, Songs wurden noch keine veröffentlicht.

Ich würde mich freuen, wenn ich ein wenig Interesse bei der/dem Einen und Anderen wecken konnte, damit die großartige Künstlerin Anna Nin angemessen unterstützt wird. Das gilt selbstverständlich auch für Laura Müller.

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