Busch - Bossa Nova (CD)

Es muss nicht immer Gothic sein, manchmal geht auch Bossa Nova. So lautet allerdings nur der Titel des Albums von Busch, das ich mir in (m)einer Indie-Pop-Phase zugelegt hatte. Ich vermute, dass der Kaufimpuls im Nachtclub vom NDR entstanden ist. Den habe ich damals recht häufig gehört und dort viele Anregungen bekommen. Busch wurde 1994 von Mika Kreuder gegründet, der die erste EP noch alleine einspielte. Zwei Jahre später veröffentlichte er mit Gastmusikern, u. a. Tom Liwa (Flowerpornoes), das Album „Entsetzlich“, bei dem der Name ebensowenig Programm war wie bei „Bossa Nova“.

„Bossa Nova“ erschien 2002 und Busch waren zu einer richtigen Band geworden. Sebastian Huthmacher (Gitarre), Ingo Hey (von Dronning Maud Land, Bass), Daniel Hambuch (Schlagzeug) und Mika Kreuder (Gesang und Gitarre) bildeten das Line-Up auf dem Album. Musikalisch habe ich Bossa Nova ja schon ausgeschlossen, es geht eher in Richtung Brit-Pop oder weiter zurückgehend The Smiths, nur garniert mit Mika Kreuders feinen deutschsprachigen Lyrik. In den Texten geht es um Marlene und Hsu, um Christian, David Copperfield und Mozart. Und oft sind die Worte der Gegensatz zur Musik, ganz wie bei den Smiths. Sind Busch deshalb die deutschen Smiths? Vielleicht. Sind sie großartig? Auf jeden Fall.

Nach Bossa Nova war noch ein drittes Album in Planung. Dazu traten Christian Wübben (von Erdmöbel, Schlagzeug) und Volker Struckmeier (Tasteninstrumente) der Band bei. Zu dem Album kam es allerdings nicht mehr. Stattdessen macht Mika Kreuder mittlerweile unter seinem Nachnamen auch durchaus hörenswerte Musik, weiterhin mit Christian Wübben sowie mit Wolfgang Proppe (Piano, ebenfalls von Erdmöbel) und Heiner Tent (Bass).

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